Schokolade war noch nie so teuer wie dieses Jahr - und das liegt daran, dass es drei Jahre in Folge schlechte Kakao-Ernten gab.

Grund dafür waren Starkregen, heftiger Wind, Trockenheit und Schädlinge, die die Ernte dezimiert haben. Und Klimamodelle zeigen, dass solche Probleme in Zukunft größer werden und mögliche Anbauregionen für Kakao schrumpfen - weil die Frucht sehr anspruchsvoll ist. Einen möglichen Ausweg aus der Kakaokrise schlagen jetzt britische Botaniker vor: Die Forscher beschreiben im Fachmagazin Kew Bulletin drei bisher unbekannte enge Verwandte der Kakaopflanze Theobroma cacao. Die wildlebenden Arten wachsen im westlichen Amazonasbecken, in den Anden und im Andenvorland. Und sie gehören zu einer ganzen Gruppe von Kakaoverwandten, die in sehr unterschiedlichen Regionen vorkommen - sogar in der Wüste.

Die Idee: Widerstandsfähigere Arten einkreuzen

Deshalb schlagen die Forscher vor, die bisher für Schokolade genutzte Kakao-Art mit wilden Verwandten zu kreuzen, damit sie widerstandsfähiger und klimafester wird. Denn wilde Pflanzen haben oft noch Eigenschaften, die ihren landwirtschaftlich gezüchteten Verwandten abhanden gekommen sind.

Als anderen Ausweg aus der Kakaokrise hatte ein anderes Forschungsteam vor Kurzem vorgeschlagen, für Schokolade nicht nur die kleinen Kakaofrüchte zu verarbeiten, sondern die ganze Frucht, mit Schale.