Es geht um ein Medikament namens Lenacapavir. Das soll alle sechs Monate per Spritze verabreicht werden und so zuverlässig eine HIV-Infektion verhindern. Darüber berichten jetzt Forschende im New England Journal of Medicine. Schon eine Vorgängerstudie dazu hatte vielversprechende Ergebnisse gebracht. Sie war im Sommer auf der Welt-Aids-Konferenz in München vorgestellt worden.
Zwar gibt es schon seit einigen Jahren gut wirksame Mittel zum Schutz vor einer HIV-Infektion. Allerdings sind das Tabletten, die jeden Tag eingenommen werden müssen. Dagegen reicht bei der neuen Spritze Lenacapavir eine Auffrischung alle sechs Monate. Bisher ist das Mittel nur zur HIV-Therapie zugelassen - also für Menschen, die schon infiziert sind. Jetzt soll in einer Reihe von Ländern auch die Zulassung als Prophylaxe beantragt werden. Dann könnte das Medikament auch vorbeugend gegeben werden - an Menschen die ein hohes Risiko haben, mit HI-Viren in Kontakt zu kommen.
Einen Haken gibt's allerdings: Die neue Spritze gegen HIV ist sehr teuer. In den USA liegen die Behandlungskosten laut NGOs bei mehr als 40.000 Dollar pro Jahr.
Laut einem aktuellen Uno-Bericht ist die Zahl der HIV-Ansteckungen in fast 30 Ländern weltweit zuletzt gestiegen. Nach wie vor infizieren sich 1,3 Millionen Menschen pro Jahr neu mit dem HI-Virus, unde jede Minute stirbt ein Mensch an den Folgen von Aids.