In Kenia sind Abtreibungen offiziell illegal.

In dem überwiegend christlichen, tief religiösen und konservativ geprägten Land sind sie nur erlaubt, wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter in Gefahr ist.

Trotzdem zeigt eine Studie des African Population and Health Reserach Center, dass Kenia eine der höchsten Abtreibungsraten weltweit hat, im Verhältnis zur Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter dort. Aufgrund der gesellschaftlichen und religiösen Tabus können die Folgen aber tödlich sein: Die Organisation schätzt, dass 2023 rund 2600 Frauen starben - in Folge von heimlichen Abtreibungen.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von Gesprächen mit Ärzten einer Klinik in Nairobi, in der jeden Monat 60 bis 90 Frauen behandelt werden, die mit Komplikationen nach so einer illegalen Abtreibung dorthin kommen. Das medizinische Personal gab zu, Bestechungsgelder an Behörden gezahlt zu haben, um einer Strafverfolgung wegen der Eingriffe zu entgehen.