Hitzestress - das bezeichnet die Belastung eines Organismus von Mensch, Tier oder Pflanze durch hohe Umgebungstemperaturen.

Durch die Klimaerwärmung nehmen Hitzewellen zu. Trotzdem war bisher wenig bekannt darüber, wie Hitzestress die Menschen weltweit betrifft. Deshalb hat jetzt ein deutsch-britisches Forschungsteam ausgewertet, wie sich die gefühlten Temperaturen verändert haben - und zwar im Zeitraum von 1950 bis 2024.

Die gefühlte Temperatur gibt an, wie sich die Lufttemperatur bei einem Durchschnittsmenschen auf der Haut anfühlt. Die Forschenden schreiben im Fachmagazin Nature Climate Change, dass extreme gefühlte Temperaturen auf allen Kontinenten häufiger geworden sind - sowohl tagsüber als auch nachts. Davon sind inzwischen auch Regionen betroffen, in denen es früher noch kühler war.

Europa hat den größten Anstieg

Die größte Gesamtbelastung durch Hitzestress tritt in Afrika auf. Aber der größte Anstieg der Hitzebelastung liegt in Europa: Bei uns sind heute sind die zehn heißesten Tage des Jahres bis zu vier Grad Celsius wärmer als noch in den 1970er Jahren - an manchen Orten sogar um fünf Grad Celsius.

Außerdem haben in Europa Hitze-Ereignisse zugenommen, bei denen die gefühlte Temperatur auf mehr als 46 Grad steigt. Weltweit gesehen ist es so, dass vor rund 50 Jahren etwa 55 Prozent der Weltbevölkerung pro Jahr an mindestens 90 Tagen einer starken Hitzebelastung mit über 32 Grad ausgesetzt war - und heute sind es 70 Prozent der Menschen.