Die Erderwärmung kann die Folgen von Erdbeben verstärken.

Und zwar dann, wenn durch die höheren Temperaturen der Permafrostboden schmilzt. Das Eis wirkt nämlich zwischen riesigen Felsbrocken wie Zement und hält sie zusammen. Vermutlich war das jahrhundertelang auch so auf der arktischen Insel Jan Mayen. Dort gibt es immer wieder Erdbeben - meist ohne große Folgen. Vor gut einem Jahr löste da ein mittelstarkes Beben aber eine riesige Felslawine aus.

Forschende des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel haben das untersucht. Sie sagen, dass es in den Jahren vor dem Beben schon kleinere Abbrüche an derselben Felswand gab. Und: Die mittlere Jahrestemperatur auf Jan Mayen ist seit 1970 um gut zwei Grad gestiegen. Seit 2000 lag das Jahresmittel fast immer über null Grad. Die Forschenden gehen davon aus, dass dadurch die Folgen des Bebens verstärkt wurden. Sie sagen, dass schmelzender Permafrost auch in anderen Regionen der Erde zu mehr Lawinen führen kann.