Der Klimawandel bedeutet für viele Pflanzen nicht nur Stress, sondern auch, dass sich ihre Vegetationszeit verlängert - also die Zeit, in der sie wachsen können.

Das gilt aber nicht für Gräser in den Alpen. Forschende aus der Schweiz haben untersucht, was mit solchen Gräsern passiert, wenn die Sommer länger werden. Dafür haben sie Gras mit Wurzeln ausgestochen und im Labor in verschiedene Klima-Kammern getan. Bei einigen Proben ließen sie den Frühling schon im Februar einsetzen, bei anderen im April. Zum Vergleich beobachteten sie außerdem, wie das Gras auf den Almwiesen im Freien wuchs, wo der Schnee oft erst Ende Juni verschwindet. Es zeigte sich: Egal, wann die Pflanzen aus ihrer Winterruhe geholt wurden: Sie wuchsen etwa zwei Monate lang, dann verwelkten sie. Auch die Wurzeln stellten das Wachstum nach etwa acht Wochen ein. Die Forschenden gehen davon aus, dass dieser Mechanismus die alpinen Pflanzen vor plötzlichen Wintereinbrüchen schützt. Sie wachsen nur so lange, wie der Sommer die warme Zeit auch sicher hält.

Mit der Zeit, so die Forschenden könnten solche alpinen Gräser von anderen Pflanzen verdrängt werden, die flexibler aufs Klima reagieren, das könnte aber noch Jahrzehnte dauern.