Das größte Eisschild der Erde gibt es in der Ostantarktis - eine Region, die so kalt ist, dass sie bisher noch nicht so stark vom Klimawandel betroffen ist.

Forschende beschreiben im Fachmagazin Scientific Reports jetzt aber, dass selbst dort, wo es viel kälter ist als in Grönland oder der Arktis, das Eis vermehrt schmilzt. Dafür haben sie Satellitenbilder aus dem Januar 2017 ausgewertet - dem wärmsten Monat in der Antarktis. Insgesamt fünf Millionen Quadratkilometer Fläche haben sie sich genauer angeschaut. Die Forschenden waren überrascht, wie viele Schmelzwasserseen sie gezählt haben. Insgesamt waren es mehr als 65.000 - der größte war etwa 70 Quadratkilometer groß und kommt damit nah an den Chiemsee in Bayern ran.

Neben der unerwartet hohen Anzahl erstaunt die Forschenden auch die Lage der Seen: Sie wurden nicht nur in der Nähe des Meeres gefunden, wo sie durch steigende Wassertemperaturen erklärbar sind. Sondern auch bis zu 500 Kilometer landeinwärts und in bis zu 1500 Meter Höhe. Schmelzwasser kann an Land dafür sorgen, dass Gletscher schneller abrutschen, weil es im Untergrund eine Art Schmierfilm bildet, auf dem das Eis schneller rutscht.