Es könnte aber noch eine andere Folge haben: Schlafende Vulkane könnten wieder aufwachen.
Forschende der University of Wisconsin-Madison haben sechs Vulkane in den Anden untersucht, die früher unter einem dicken Eisschild lagen. Ihr Ergebnis stellen sie beim Goldschmidt-Kongress in Prag vor: Während der letzten Eiszeit drückte das Gewicht des Eises das Magma im Untergrund zusammen. Das hemmte Ausbrüche. Als das Eis vor rund 16.000 Jahren rasch abschmolz, verringerte sich der Druck – und es kam zu massiven Eruptionen.
Das könnte ein Blick in unsere Zukunft sein, sagt das Team: Wenn die Gletscher in der Antarktis, in Nordamerika oder Russland weiter schmelzen, könnte es dort in Zukunft auch häufiger zu heftigen Vulkanausbrüchen kommen. Langfristig könnten diese Ausbrüche sogar das Klima weiter anheizen – weil sie große Mengen Treibhausgase freisetzen. So würde eine gefährliche Rückkopplung entstehen: Schmelzendes Eis führt zu Vulkanausbrüchen – die wiederum die Erderwärmung beschleunigen.
