Die Erderwärmung heute einzudämmen, kostet Geld. Aber Schäden durch den Klimawandel und eine Anpassung an eine wärmere Welt sind auch in Zukunft teuer. Wie viel Klimaschutz ist also wirtschaftlich gesehen am sinnvollsten?

Diese Frage beschäftigt Wirtschaftsforschende schon länger. Der US-amerikanische Nobelpreisträger William Nordhaus hat das vor Jahren ausgerechnet und kam damals zu dem Schluss, dass es aus wirtschaftlicher Sicht am preisgünstigsten wäre, wenn sich die Erde bis zum Jahr 2100 im Schnitt um 3,5 Grad erwärmt.

Jetzt haben Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zusammen mit Kollegen das Rechenmodell aktualisiert. Dabei kam ein deutlich anderes Ergebnis raus. Laut dem Fachartikel im Magazin Nature Climate Change ist es wirtschaftlich am sinnvollsten, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Das entspricht dem Beschluss des Pariser Klimaschutzabkommens.

Laut den neuen Berechnungen sollte der Ausstoß von umgerechnet einer Tonne des Treibhausgases Kohlendioxid mindestens 88 Euro kosten. Das ist deutlich teurer als der Preis der Bundesregierung: Die veranschlagt für die kommenden Jahre einen Preis von 25 bis 65 Euro pro Tonne.

In solche wirtschaftlichen Rechenmodelle fließen viele Daten ein, aber auch sehr grundsätzliche moralische Annahmen. So wurden für die neue Studie rund 170 Forschende befragt, wie das zukünftige Wohlergehen von Kindern und Enkelkindern im Vergleich zu dem von heute lebenden Menschen bewertet werden sollte.