Ungefähr drei Prozent der Menschen haben im Laufe ihres Lebens eine Psychose mit Wahnvorstellungen, innerer Unruhe oder inneren Stimmen - die erste Episode kommt oft zwischen der Pubertät und dem dreißigsten Lebensjahr.

Forschende aus England und Australien haben Betroffene gefragt, was sie genau während der Psychose empfinden. Sie sagten, dass sie sich losgelöst fühlten vom eigenen Körper und dass sie das Gefühl hatten, entblößt zu sein, mächtig, verbunden mit Gott, oder auch besonders glücklich.

Die Befragten hatten vor der Psychose oft schon ähnlich intensive Gefühle - und zwar in einem schlimmen Moment. Zum Beispiel, wenn sie gemobbt wurden. Die Forschenden schreiben im Fachmagazin The Lancet Psychiatry, dass eine Psychose keine "Störung im Gehirn" ist, sondern dass sie eine Reaktion des Körpers auf starke Emotionen ist - und ein Versuch, wieder emotionales Gleichgewicht herzustellen.

Die Betroffenen sagten den Forschenden auch, dass sie sich für ihre Wahnvorstellungen schämen und darüber gern freier sprechen würden.