Das gibt es auch in Ländern, die von Nazi-Deutschland besetzt waren - zum Beispiel in Belgien, Österreich oder Polen.
Kollaborateure kaum in Wahrnehmung präsent
Ein Forschungsteam hat das für acht Länder genauer analysiert, im Fachjournal "Political Psychology". Befragt wurden rund 5.000 repräsentativ ausgewählte Menschen.
In allen acht Ländern zeigte sich ein ähnliches Bild: Die meisten sehen ihre Landsleute von damals als Opfer und Widerstands-Helden - oder maximal als Mitläufer, die Angst oder keine Wahl hatten. Dass einige Menschen auch aktiv mit den Nazis zusammenarbeiten, ist in der Wahrnehmung weniger präsent - auch wenn historisch belegt ist, dass es in vielen Ländern Kollaborateure gab, die die Nazi-Ideologie teilten.
Erklärung der Psychologen
Eine der Forschenden erklärt diese Verklärung als psychologischen Schutzmechanismus - für das eigene Selbstbild und die nationale Identität. Eine gute Erinnerungspolitik sollte einen Weg dazu finden, die dunkle Vergangenheit anzuerkennen - was sich auch als Erfolg sehen lässt.
