In Kolumbien haben Journalistinnen sexuelle Belästigung, Übergriffe und Gewalt in der Medienlandschaft des südamerikanischen Landes angeprangert.

Ein Zusammenschluss weiblicher Medienschaffender hat unter dem Namen ”Ich glaube dir Kollegin” einen Report veröffentlicht. Darin haben sie mehr als 260 entsprechende Fälle gesammelt. 80 Prozent kommen aus dem Fernsehjournalismus: Dort sollen Journalistinnen von Vorgesetzten und älteren Männern belästigt, bedrängt und übergriffig angegangen worden sein.

Die Initiative kritisiert, dass es in kolumbianischen Medienhäusern keine Anlaufstellen gibt, um Übergriffe und Belästigung anzuzeigen. Wenn Opfer sich gegen einen Übergriff wehren, würden sie von Redaktionen ausgeschlossen. Teilweise seien sie dazu gezwungen, ihre journalistische Arbeit aufzugeben.

Gesetzliche Vorschriften seit 2024

Die Autorinnen fordern die Regierung auf, stärker gegen sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz vorzugehen: Seit 2024 gibt es in Kolumbien gesetzliche Vorschriften gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Diese müssten die Medienunternehmen umsetzen.

Im März 2026 waren mehrere bekannte Fernsehmoderatorinnen mit ihren Erfahrungen von Belästigung und Übergriffen an die Öffentlichkeit gegangen. Seitdem gibt es eine Debatte über Sexismus in der Medienlandschaft.

Ein Bericht der nationalen Vereinigung der Psychologen zeigt, dass knapp ein Viertel aller befragten Frauen in Kolumbien Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geworden sind.