Seit Jahrzehnten prägt die Droge Kokain das Land Kolumbien - und jetzt versucht eine neue Regierung andere Wege, um den Anbau von Koka-Pflanzen zu bekämpfen.

Seit Anfang August ist dort Präsident Abelardo de la Espriella im Amt - und der will Unkrautvernichtungsmittel gegen Koka-Pflanzen einsetzen. Schon Ende August hat er per Dekret erlaubt, dass das umstrittene Mittel Glyphosat von Flugzeugen aus versprüht werden soll. Als erstes will die Regierung jetzt aber wohl ein anderes Herbizid auf diesem Weg einsetzen, berichtet die Zeitung El Tiempo.

Sie schreibt, dass erstmal wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt werden sollen. Und dafür soll das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat-Ammonium über einem Gebiet von 1.000 Hektar Koka-Pflanzen versprüht werden. Danach könnte das auf ganz Kolumbien ausgeweitet werden. Das südamerikanische Land gilt als größter Produzent von Kokain - und in den vergangenen Jahren ist die Anbaufläche für Koka-Pflanzen stark gestiegen.

Präsidenten-Wechsel läutet Wandel im Kampf gegen Drogen ein

Der bis Anfang August amtierende linke Präsident Gustavo Petro hatte bei der Bekämpfung des Anbaus auf freiwillige Maßnahmen gesetzt. Kolumbiens neuer Präsident de la Espriella gilt als rechts und ist mit dem Versprechen angetreten, mit aller Härte die im Land agierenden bewaffneten Gruppen zu bekämpfen. Die finanzieren sich hauptsächlich mit dem illegalen Abbau von Gold und der Produktion von Kokain - unter anderem für den europäischen Markt.