Warum fühlen sich Videokonferenzen oft anstrengender an als ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht?

Eine mögliche Erklärung liefert eine neue Forschungsarbeit im Fachjournal Nature Reviews Psychology. Demnach ist ein Gespräch viel mehr als ein Austausch von Worten. Es funktioniert eher wie ein Tanz: Zwei Menschen stimmen sich ständig aufeinander ab. Wir beobachten Mimik und Gesten wie ein Nicken oder eine Reaktion wie „hm“. Und während wir sprechen, passen wir unsere Geschichte an – je nachdem, wie unser Gegenüber reagiert. Dadurch merken wir zum Beispiel, ob jemand interessiert ist, verwirrt wirkt oder mehr Details hören will.

Genau dieses unmittelbare Feedback macht Gespräche normalerweise leicht und flüssig. Fehlt es – etwa bei verzögerten Videoanrufen oder reinen Telefonaten – wird es für viele Menschen deutlich schwieriger, sich zu verständigen.