Wer sich krank schreiben lässt, der geht nicht arbeiten.

Es gilt das Prinzip von ganz oder gar nicht. Ein Wirtschaftswissenschaftler vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung findet genau das aber nicht richtig. Er schlägt vor, Teilzeitkrankschreibungen möglich zu machen, so wie es das schon in skandinavischen Ländern gibt. Denn wer zum Beispiel psychische Probleme hat oder Rückenschmerzen, der oder die kann aus Sicht des Wissenschaftlers schon arbeiten, aber eben weniger. Der Professor der Uni Mannheim kritisierte im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst ein veraltetes Schwarz-Weiß-Denken und empfiehlt Arbeitgebern, Teilzeitkrankschreibungen in ihren Betrieben einzuführen. Denn das könne Fehlzeiten reduzieren.

Wer leicht erkrankt ist, kann laut dem Experten zum Beispiel im Homeoffice ein bisschen arbeiten oder mit Maske zur Arbeit kommen. Das ginge aber nur, wenn beide Seite einverstanden sind. Arbeitgeber sollten keinen Druck auf die Angestellten ausüben.