Bei Krebsen ist es offenbar wie bei Menschen: In der Gruppe Alkohol trinken macht mehr Spaß.

Forscher der Universität Maryland in den USA haben untersucht, wie sich die Droge auf die Tiere auswirkt. Dafür gab es für die Krebse Alkohol, zugesetzt in das Wasser ihres Versuchsaquariums. Die Forscher stellten fest, dass die Krebse unterschiedlich schnell betrunken wurden - offenbar abhängig davon, ob sie vorher zusammen mit Artgenossen gehalten wurden. War ein Krebs vor dem Experiment allein im Becken, brauchte er mehr Alkohol. Bei Krebsen, die in Gruppen gehalten worden waren, reichte weniger, bis der Alkohol ihnen anzusehen war. Die Forscher gehen davon aus, dass sich das soziale Umfeld auf Nervenzellen auswirkt - und damit auch darauf, wie sie mit einzelnen Stoffen umgehen. Was genau sich ändert, wollen die Forscher in weiteren Studien herausfinden.

Beschwipste Flusskrebse
© Alexis Exum and Jens Herberholz (University of Maryland, College Park).
Beschwipste Krebse aus der Originalstudie

Betrunkene Krebse wanken und fallen auch mal um

Ein Krebs unter Alkoholkonsum ist in gewisser Weise mit betrunkenen Menschen zu vergleichen: Erst läuft er noch aufrecht und kann dabei aggressiv werden, nach einer Weile schlägt er dann sehr enthusiastisch mit dem Schwanz und springt durch die Gegend.

Jenny Rieger aus den Wissensnachrichten
„Wenn ein Flusskrebs so richtig blau ist, dann fällt er auch mal um und bleibt auf dem Rücken liegen.“

Hier gibt es ein Video der betrunkenen Flusskrebse.

Die Forscher spekulieren vorsichtig, dass menschliche Nervenzellen ähnlich auf Alkohol reagieren könnten wie die von Flusskrebsen. Und deswegen könnte es sein, dass Menschen, die einsam vor sich hin trinken, letzten Endes mehr Alkohol konsumieren als wenn sie in Gesellschaft wären.

Flusskrebs im Wasser
© imago
Flusskrebs im Wasser