Wer hat die Klausur geschrieben - echte Studierende oder eine Künstliche Intelligenz?

Das können offenbar auch Prüferinnen und Prüfer an der Uni kaum noch unterscheiden. Ein Forschungsteam aus Großbritannien zeigt das in einem Experiment und schreibt darüber im Fachmagazin PLOS ONE. Konkret ging es um Klausuren im Psychologie-Grundstudium an der Uni Reading. Die Studierenden durften die Prüfung zu Hause ablegen, also ohne Aufsicht. Das Team hat 33 Profile für Fake-Studierende angelegt und in deren Namen Klausurantworten eingereicht, die von ChatGPT geschrieben wurden. Die Prüferinnen und Prüfer wussten nicht, dass solche KI-Texte dabei sind, und sie schöpften bei fast keinem einzigen Verdacht. Und: in vier von fünf Fällen wurden die KI-Klausuren besser benotet als die von echten Studierenden, vor allem bei kurzen Fragen.

Die Forschenden sagen, man kann wohl nicht mehr verhindern, dass Studierende Texte von einer KI schreiben lassen. Deshalb wäre gut, wenn man sie sinnvoll einbindet, zum Beispiel um lange Texte zusammenzufassen. Dadurch hätten die Studierenden mehr Zeit, um über die Inhalte nachzudenken.