Schimmel spielt in der westlichen Gourmetküche bisher vor allem auf Käse eine Rolle.

Ein Team aus Chemie-Fachleuten und dem Koch-Personal von einem New Yorker Zwei-Sterne-Restaurant will das Spektrum erweitern. Es hat mit einem Schimmelpilz experimentiert, der traditionell in der indonesischen Küche zum Fermentieren von Sojaprodukten verwendet wird - für "Oncom".

Das Besondere an Neurospora intermedia: Der Pilz wächst auf Lebensmittel-Resten und verändert ihren Geschmack komplett. Altbackenes Brot schmeckt damit zum Beispiel wie ein frischer Käse-Toast. Außerdem kann der Pilz unverdauliche Essensreste wie Bananenschalen in neue, essbare Lebensmittel verwandeln - laut den Fachleuten innerhalb von nur drei Tagen. Das Team hat für eine Studie mit dem Pilz 30 verschiedene Lebensmittel-Reste fermentiert. Alle waren danach für den Menschen verdaulich und schmeckten zum Großteil nussig. Und es entwickelten sich wohl auch keine gesundheitsschädlichen Bestandteile wie bei anderen Schimmelpilzen.

Das Team will mit dem Pilz langfristig im großen Stil Reste aus der Lebensmittelproduktion wieder zu vollwertigem Essen machen.