Obwohl Berufstätige mit hohen Abschlüssen erst spät in den Jobmarkt starten, arbeiten sie in ihrem Leben mit Abstand am längsten.

Das zeigt eine neue Untersuchung vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Laut den Zahlen für Deutschland aus 2025 haben Männer mit hohem Bildungsstand - also zum Beispiel einem Hochschulabschluss - eine Lebensarbeitszeit von fast 41 Jahren im Schnitt. Damit arbeiten sie mehr als neun Jahre mehr als Männer mit niedriger Bildung.

Größere Unterschiede bei Frauen

Bei Frauen liegt die Lebensarbeitszeit deutlich niedriger, aber da fällt der Unterschied zwischen den verschiedenen Bildungsniveaus noch deutlicher aus. Frauen mit hoher Bildung sind durchschnittlich knapp 32 Jahre lang erwerbstätig, Frauen mit niedriger Bildung knapp 18 Jahre lang. Die Lücke erklärt ein Mitautor unter anderem damit, dass bei Personen mit höherer Bildung allgemein die Erwerbstätigenquoten höher sind - und sie arbeiten im Schnitt auch mehr Wochenstunden. Diejenigen mit niedrigerer Bildung sind dagegen stärker abhängig von der Entwicklung der Wirtschaft.

Allgemein ist die Lebensarbeitszeit in Deutschland laut Studie heute mit 33,8 Jahren mehr als anderthalb Jahre länger als noch Anfang der 1990er Jahre.