Bei Säugetieren leben die Weibchen im Schnitt länger als die Männchen - bei Vögeln ist das offenbar genau andersherum.

Ein Forschungsteam hat rund 90 nordamerikanische Vogelarten untersucht und bei den Weibchen eine teils deutlich geringere Lebenserwartung festgestellt. Woran das liegt, können die Fachleute nur vermuten. Sie schreiben in den Proceedings of the Royal Society B: Bei Zugvögeln könnte es eine Rolle spielen, dass die Weibchen tendenziell weitere Strecken zurücklegen; damit sind sie länger Gefahren und Anstregung ausgesetzt. Bei einigen Vogelarten haben die sozial dominanten Männchen außerdem besseren Zugang zu Ressourcen wie Futter.

Vielleicht liegt es laut den Forschenden aber auch daran, dass bei Vögeln die Männchen und nicht die Weibchen zwei gleiche Chromosomen haben - anders als bei Säugetieren. Auf den Chromosomen ist das Erbgut gespeichert. Bei zwei gleichen Chromosomen gibt es für ein defektes Gen oft ein Backup auf dem zweiten Chromosom. Bei zwei unterschiedlichen Chromosomen gibt es das nicht, dadurch werden Krankheiten wahrscheinlicher.