Ein Wissenschaftsteam hat in Südafrika getestet, wie Mistkäfer mit der zunehmenden Lichtverschmutzung umgehen. Normalerweise kommen Käfer an einen Misthaufen, nehmen sich ein Stück, rollen es zu einer Kugel und bringen es in Sicherheit. Dabei achten sie darauf, dass ihnen andere Mistkäfer nicht in die Quere kommen und bewegen sich schnell vom Misthaufen weg.
Die Forschenden fanden heraus, dass die Käfer aber durcheinander kommen, wenn sie den Sternenhimmel nicht mehr sehen können - und sich stattdessen am Licht einer Straßenlaterne orientieren. Das führt dann dazu, dass alle Käfer in die gleiche Richtung hin zur Laterne rennen. Schlimm traf es auch die Käfer, die auf einem Dach der Uni Witwatersrand mitten in Johannesburg ausgesetzt wurden: Sie konnten wegen der Lichtverschmutzung der Stadt den Himmel nicht sehen, hatten aber auch keine Orientierungspunkte wie Straßenlaternen oder Häuser mehr und waren völlig desorientiert.
Die Forschenden vermuten, dass die Tiere, die in unmittelbarer Nähe von Städten leben, am meisten von Lichtverschmutzung betroffen sind: Sie können den Sternenhimmel nicht sehen, sind aber zu weit weg, um andere beleuchtete Orientierungspunkte wie Häuser oder Laternen zu nutzen. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Current Biology erschienen.
