Ob jemand psychische Probleme bekommt, das kann möglicherweise schon in der Kindheit erkannt werden - und zwar durch eine automatisierte Sprachanalyse.

Das schreibt ein US-Forschungsteam im Fachmagazin Nature Mental Health. Das Team hat längere Interviews geführt mit mehr als 200 Kindern zwischen 9 und 13 Jahren. Dabei ging's um unterschiedliche Themen, auch um belastende Ereignisse. Anschließend wurden die Interview-Aufnahmen ausgewertet, mit vier verschiedenen Sprach-Modellen.

Die Forschenden sagen: Bei allen Modellen konnte der sprachliche Stil der Kinder zuverlässig vorhersagen, wie sich ihre psychische Gesundheit in den nächsten sechs Jahren entwickelt. Das heißt, Satzbau und verwendete Wörter lieferten Hinweise auf spätere psychische Probleme - zum Beispiel auf die Entwicklung einer Angststörung oder einer Depression. Solche Erkrankungen entstehen häufig während des Heranwachsens und sind schwer zu behandeln, wenn sie sich einmal etabliert haben. Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich ein Erkrankungs-Risiko zu erkennen, sagen die Forschenden.

Sie betonen, so eine automatisierte Sprachauswertung mit künstlicher Intelligenz könne die klinische Entwicklungsforschung bereichern. Bisher kann das Erkrankungsrisiko nur mit sehr aufwendigen Methoden bewertet werden.

Frühere Untersuchungen bei Erwachsenen hatten schon Sprachmuster gezeigt, die auf psychische Probleme hindeuten. Nach diesen Sprachmuster wurden jetzt auch in der Auswertung mit den Kindern gesucht.