Was ist dran am Klischee, dass sich in einem Unternehmen nicht die Fleißigsten durchsetzen, sondern die, die am skrupellosesten sind?
Werden wirklich nur die Menschen Chefin oder Chef, die ihre Moral beiseite schieben, und manipulativ und opportunistisch unterwegs sind - sogenannte Machiavellisten?
Eine Studie der Universität Trier kommt zum Schluss, dass solche Menschen tatsächlich Vorteile haben: Sie haben eine 31 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, in eine Führungsposition zu kommen, zeigen anonyme Befragungen von tausenden Teilnehmenden. Das schaffen sie zum Beispiel, indem sie Kollegen sabotieren, um selber besser dazustehen, oder indem sie sich bei Vorgesetzten einschmeicheln.
Fachleute warnen aber davor, solche Menschen tatsächlich zu Chefs zu machen, denn das könne schlecht für die Firma sein: Untergebene würden schnell merken, wie Vorgesetzte ticken, das könnte die Leistungsbereitschaft verringern und Mitarbeitende auch vergraulen. Vorgesetzte der jüngeren Generation würden deshalb auch häufiger ein echtes Interesse an Mitarbeitenden zeigen, um deren Stärken zu erkennen und sie wachsen zu lassen.
