Wer schon mal Schach gespielt hat, weiß, die Figuren werden vor jedem Spieler immer gleich aufgebaut: In der vorderen Reihe stehen die Bauern, dahinter Turm, Springer, Läufer, Dame, König und wieder ein Läufer, Springer und Turm.

Ein Mathematiker kommt jetzt in einer Studie (Preprint) zu dem Ergebnis, dass diese Aufstellung im Zweifel ziemlich unfair ist. Er hat Partien in einem freien Schachprogramm im Netz analysiert. Dabei kam raus, dass die Aufstellung oft gut für den Spielenden mit Weiß ist und Schwarz Nachteile bringt. Insgesamt ist die Standardaufstellung aber auch für das Spiel insgesamt nur Mittelmaß - verglichen mit anderen Aufstellungen.

Denn die gibt es: Das Prinzip Schach-960 aus den 90er Jahren macht auch andere Varianten möglich. Da kann die zweite Reihe auf dem Feld bis auf wenige Grundregeln frei aufgestellt werden - das geht rechnerisch in 960 verschiedenen Positionen. Der Mathematiker hat sie alle durchanalysiert.

Besonders gerecht wird das Spiel mit einer Variante, in der die Dame auf dem Feld unten links steht. Die anspruchsvollste Variante ist eine, in der zum Beispiel ein Läufer links auf der Position steht, wo normalerweise der Turm anfängt.