Wer bis vor circa 170 Jahren eine Operation brauchte, der musste sich auf quälende Schmerzen einstellen. Denn die moderne Anästhesie wurde erst um 1850 erfunden. Betäubungsmittel gab es allerdings schon früher.
Fachleute haben jetzt in China möglicherweise den ältesten direkten Beleg für ein Anästhetikum entdeckt - auf einem 600 Jahre alten Chirurgenbesteck. Die Schere und die Gewebezange lagen im Grab eines Mediziners, der im 14. und 15. Jahrhundert gelebt hat. Darauf waren winzige Spuren einer rötlichen Substanz. Ein Forschungsteam der Northwest University in Xi’an hat jetzt herausgefunden, dass es sich dabei um das Alkaloid Aconitin handelt. Aconitin wird von vielen Pflanzen der Gattung Eisenhut gebildet. Es wirkt auf das Nervensystem und ist hochgiftig. Trotzdem wird es in alten chinesischen Schriftquellen als Betäubungsmittel beschrieben.
Das Chirurgenbesteck wurde schon 1974 gefunden und damals in ein Museum gebracht. Jetzt konnte die Zusammensetzung der Substanz mithilfe von moderner Laser-Mikroskopie entschlüsselt werden.
