Ein internationales Forschungsteam hat jetzt versucht, das weltweit zu untersuchen. Das Team schreibt im Fachblatt The Lancet Public Health, dass ganz einfache Antibiotika oft zu selten eingesetzt werden. In ärmeren Ländern bekommten Patientinnen und Patienten dagegen oft nicht die Mittel, die für besonders schwere Infektionen reserviert sind. Auch in Deutschland gibt es offenbar eine Schieflage. Hier werden der Studie zufolge zu viele Antibiotika insgesamt und auch zu viele speziellere Antibiotika genutzt - obwohl die einfachen oft ausreichen würden. Das könnte dazu führen, dass Bakterien schneller lernen, wie sie gegen bestimmte Antibiotika resistent werden.
Einige Fachleute kritisieren die Studie aber auch. Der Versuch, die Antibiotikanutzung weltweit in einen engen Studienrahmen zu pressen, sei vielleicht etwas zu ambitioniert. Aus vielen Ländern fehlten auch Daten, die in der Studie durch Modellrechnungen ergänzt wurden.
