Es kann bewusstlos machen, Schmerzen lindern und Erinnerungslücken erzeugen. In den Science Advances schreiben Forschende aus Österreich, dass die Hirne von Männern und Frauen wohl unterschiedlich auf Ketamin reagieren.
Bei Tests mit Mäusen war zu erkennen, dass sich nach einer Ketamin-Narkose bestimmte Immunzellen im Gehirn von Weibchen schneller mit Neuronen verbinden als bei männlichen Mäusen. Das heißt: Die weiblichen Hirne konnten nach der Dosis schneller regenerieren. Möglich macht es das weibliche Stresshormon Corticosteron.
Die Forschenden sagen: Ihre Studie ist ein Beispiel dafür, dass Frauen zu oft an Männern getestete Medikamente bekommen, obwohl sie körperlich anders reagieren. Frauen bräuchten eine andere Ketamin-Dosis. Das zeige sich auch daran, dass ihnen nach einer Narkose öfter übel ist und sie sich häufiger erbrechen müssen.
Laut den Forschenden zeigt die Studie auch, dass die Produktion bestimmter Stresshormone - wie Corticosteron - also gut fürs Hirn sind - weil sie Neuroplastizität ermöglichen, also die Fähigkeit, sich durch Lernen und Erfahrungen anzupassen. Zu oft und zu viel von dem Stress durch etwa Ketamin bedeute aber auch ein höheres Risiko, an Depressionen zu erkranken.
