Wenn Schwangere Schmerzen haben, dann wird ihnen oft Paracetamol als unbedenkliches Medikament empfohlen.

Ein Forschungsteam aus Dänemark hat jetzt veränderte Fortpflanzungsorgane bei Mädchen entdeckt, deren Mütter in der Schwangerschaft Paracetamol genommen hatten. Konkret wurde bei einem Teil von 160 betroffenen Babys festgestellt, dass sie kleinere Eierstöcke und Gebärmütter haben, und auch weniger Follikel, also Vorstufen von Eizellen. Die Forschenden betonen im Fachmagazin Human Reproduction Open, dass das nur ein statistischer Zusammenhang aus einer kleinen Datenmenge ist, und dass Paracetamol nicht die Ursache für die Veränderungen sein muss.

Mäuse-Studien mit Paracetamol während der Schwangerschaft hätten ähnliches ergeben, da waren die weiblichen Nachkommen auch weniger und kürzer fruchtbar. Ob das auch bei Menschen so ist und da zum Beispiel die Menopause früher einsetzt, ist laut den Forschenden unklar. Sie raten auch nicht pauschal von Paracetamol in der Schwangerschaft ab. Aber sie finden, man sollte öfter mit den betreuenden Fachleuten darüber sprechen, ob eine Schmerzbehandlung ohne Medikamente sinnvoller wäre.

Andere Expertinnen und Experten fordern, dass die Empfehlungen für Paracetamol in der Schwangerschaft überarbeitet werden.