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Um Erdbeben und Sturmfluten besser vorherzusagen und die betroffene Bevölkerung warnen zu können, wäre es gut, Erderschütterungen direkt am Meeresboden zu registrieren.

Das Problem dabei: Unterwasser-Seismographen sind teuer und schwierig zu betreiben. Ein internationales Wissenschaftsteam und Forschende von Google haben jetzt möglicherweise eine Alternative gefunden: Ein Glasfaserkabel, das schon länger auf dem Meeresgrund verlegt ist. Es gehört Google, ist etwa 10.000 Kilometer lang und verbindet Los Angeles in Kalifornien mit Valparaiso in Chile. Die Forschenden haben neun Monate lang Schwankungen bei der Beanspruchung und bei den Druckverhältnissen am Kabel beobachtet, die von seismischen und Unterwasser-Wellen verursacht wurden. Diese Phänomene konnten sie am Datenverkehr ablesen. Insgesamt haben die Forschenden auf diese Weise unter anderem 20 stärkere Erdbeben registriert.

Sie sind überzeugt, dass das Kabel auch einen Tsunami hätte bemerken können – allerdings gab es in dem Beobachtungszeitraum keinen. Die Forschenden sagen, man könnte in Zukunft Glasfaserkabel vermehrt als Unterwasser-Seismographen einsetzen. Das wäre auch deshalb praktisch, weil man schon vorhandene Infrastruktur nutzen könnte.