Nachts auf dem Friedhof kann es ziemlich unheimlich werden - zum Beispiel, wenn über den Gräbern auf einmal blau-violette Lichter tanzen. Solche Irrlichter waren Jahrhunderte lang ein Rätsel, sie tauchen auch über Sümpfen und Feuchtgebieten auf.

Heute weiß man: Sie entstehen, wenn im Boden organisches Material zerfällt. Dann steigt methanhaltiges Gas auf und entzündet sich. Was man bisher noch nicht genau wusste: Wie entzündet sich das Gas - ganz ohne eine Hitzequelle?

Ein Forschungsteam hat im Labor künstlich Irrlichter produziert. Aus einem Wassertank ließ es winzige Methangasbläschen aufsteigen. Im Fachmagazin PNAS schreibt das Team: Beim Aufsteigen im Wasser entstand an den Rändern der Bläschen elektrische Ladung. Wenn die Bläschen aneinanderstießen und dabei verschmolzen oder platzten, entlud sich die Ladung und es entstanden Funken. Die Funken sind offenbar die Energiequelle, die das Gas entzünden.