Pinkeln für die Nachhaltigkeit - so könnte man den Aufruf eines Entwicklungsteams von der Uni Stuttgart zusammenfassen.

Die Forschenden sammeln tatsächlich Urin-Spenden, denn daraus wollen sie eine Art Biobeton herstellen. Klassischer Beton besteht hauptsächlich aus Sand, Wasser und Zement als Bindemittel. Bei der Herstellung von Zement wird aber ziemlich viel klimaschädliches CO2 freisetzt. Der Beton der Stuttgarter Forschenden wird statt Zement mit Urin und Bakterien gemacht.

Dafür wird Sand zusammen mit einem bakterienhaltigen Pulver in Formen gefüllt und tagelang mit Urin gespült. Der Harnstoff im Urin wird dabei in Calciumcarbonat-Kristalle umgewandelt. In ersten Experimenten härtete der Beton laut den Forschern sogar schneller aus als klassischer.

Für ihre weitere Forschung brauchen die Forschenden allerdings hunderte Liter Pipi. Sie hoffen, dass sie das durch eine Aktion auf einer Campingmesse zusammenbekommen. Dabei soll Urin aus Wohnmobil-Toiletten in einen Sammelbehälter geschüttet werden.