Auch in deutschen Wäldern sind inzwischen deutlich weniger Insekten zu finden als früher. Ein Forschungsteam unter der Leitung der Technischen Uni Darmstadt spricht von einem "dramatischen Rückgang".
Für eine Studie im Fachmagazin Communications Biology erfasste das Team rund
1800 verschiedene Insektenarten, und zwar in der Zeit zwischen 2008 und 2017. Untersucht wurden Wälder im Nationalpark Hainich, in Thüringen, und in den Biosphärenreservaten Schwäbische Alb und Schorfheide-Chorin, in Brandenburg.
Insektenschwund wirkt sich auf andere Arten aus
Ergebnis: Bei mehr als 60 Prozent der untersuchten Insektenarten ging die Zahl der Tiere zurück. Der Hauptautor der Studie warnt, dass sich so die Nahrungsnetze in den Wäldern verändern und sich der Insektenschwund so "sehr wahrscheinlich" auf alle Organismen in den Wäldern auswirkt.
Es macht laut Studie einen Unterschied, wie intensiv ein Wald genutzt wird. In geschützten Waldstücken gingen die Insektenzahlen nicht so stark runter wie in forstlich bewirtschafteten Wäldern, in denen es vor allem um Holzgewinnung geht.
Weniger Fällungen, natürlicher Wald-Nachwuchs
Um den Insektenschwund abzubremsen, empfehlen die Forschenden, in Wäldern die Baumarten nachwachsen zu lassen, die dort natürlicherweise wachsen würden und insgesamt weniger Bäume zu fällen.
Wälder machen in Deutschland rund ein Drittel der Fläche aus. Die Untersuchung ist den Autoren zufolge die bisher umfangreichste Studie zum Insektenrückgang in mitteleuropäischen Wäldern.
