Man sollte meinen, im 21. Jahrhundert wäre der menschliche Körper vollständig erforscht. Ein Organ wurde allerdings jahrhundertelang "intellektuell ausgelöscht", wie einige Fachleute sagen: die Klitoris.
Ein Forschungsteam aus Amsterdam hat nun erstmals das gesamte Nervengeflecht im Inneren der Klitoris kartiert. Die hochauflösenden 3D-Scans zeigen ein deutlich komplexeres System als bisher angenommen. Zum Beispiel sind die Nervenenden stärker ausgeprägt als bisher gedacht und sie verzweigen sich weit durch das Becken.
Das könnte ganz praktische Folgen haben, etwa für die Chirurgie. Bei Operationen wie Geschlechtsangleichungen oder nach Genitalverstümmelungen könnte so besser sichergestellt werden, dass das sexuelle Empfinden erhalten bleibt.
Die Ergebnisse sind erstmal auf einem Preprint-Server veröffentlicht. Das heißt, sie müssen noch von unabhängigen Fachleuten überprüft werden.
