Wenn Bakterien gegen Antibiotika immun werden, lassen sich resistente Keime viel schwerer bekämpfen. An den Folgen sterben weltweit jedes Jahr zwei bis fünf Millionen Menschen.
Jetzt haben Forschende entdeckt, dass schon Neugeborene Antibiotika-Resistenzen in sich tragen - und zwar offenbar fast alle. Für die Studie der Universität in Thessaloniki in Griechenland wurde das sogenannte Kinds-Pech, also der erste Stuhlgang von Neugeborenen, untersucht. 98 Prozent der Proben enthielten Resistenzgene von Bakterien gegen gängige Antibiotika. Bei 20 Prozent der Babys wurden sogar Resistenzen gegen Notfall-Antibiotika entdeckt.
Sie stammen zum Teil aus dem Mutterleib und zum Teil aus der Behandlung im Krankenhaus. Das Forschungsteam sagt, die genauen Übertragungswege müssten noch erforscht werden. Die Ergebnisse zeigten aber, wie wichtig es sei, schon bei Neugeborenen genau auf Infektionen zu achten.
Die Ergebnisse der Untersuchung wurden beim Infektiologen-Kongress ESCMID in Münschen vorgestellt.
