Hochwassermarken hat wohl jeder schon mal gesehen.

Es gibt aber auch so etwas wie das Gegenteil: Markierungen, wenn starkes Niedrigwasser herrscht. Diese Hungersteine tauchen gerade in vielen Flüssen auf - zum Beispiel im Rhein bei Leverkusen, an verschiedenen Stellen in der Elbe oder in der Donau bei Budapest.

Auf den Steinen oder Felsen haben Menschen Jahreszahlen, Initialien oder Botschaften eingeritzt. Zum Teil schon vor Jahrhunderten. Einer der bekanntesten ist ein Hungerstein in der Elbe in Tschechien. Darauf steht „Wenn du mich siehst, dann weine“. Denn wenn früher extremes Niedrigwasser herrschte, bedeutete das für die Menschen, dass wegen der Dürre die Ernte in Gefahr war, Preise stiegen und eine Hungersnot drohte - daher auch der Name der Steine.

Nicht alle Hungersteine sind sehr alt. Der in Leverkusen soll aus dem Jahr 1959 stammen. Der Evangelische Pressedienst berichtet von einem Stein in Niedersachsen, den eine Frau 2015 in der Elbe platziert hat.