Sie beschreibt das Kidnapping vor allem im Norden von Nigeria als regelrechten Wirtschaftszweig. Schon länger stecken nicht mehr nur Extremistengruppen wie Boko Haram dahinter, sondern auch andere Kriminelle.
Nach den Zahlen haben bewaffnete Gruppen in Nigeria von letztem Juni bis diesen Juni mehr als 7.800 Menschen entführt - fast doppelt so viele wie ein Jahr davor. Damit haben sie fast sechs Millionen US-Dollar Lösegeld erpresst - mehr als drei Mal so viel wie früher. Bei den Entführungen und bei Befreiungsaktionen gab es auch viele Tote - fast 900 Zivilistinnen und Zivilisten und etwa 150 Sicherheitskräfte und Entführer. Die Entführer fordern längst nicht mehr nur Geld, sondern z.B. auch Handys, Motorräder oder Sprit. Wer zahlt, hat trotzdem keine Garantie, dass die Entführungsopfer am Leben bleiben.
Die Statistik zeigt auch: Das Entführungsrisiko für katholische Ordensleute oder Priester ist nicht mehr so hoch wie früher. Eine Erklärung dafür ist, dass die Kirche klar gesagt hat, dass sie kein Lösegeld zahlt.
