In Israel und den USA bekommen Frauen in der Notaufnahme seltener Schmerzmittel als Männer.

Das zeigen Daten einer groß angelegten Studie im Fachjournal PNAS. Daten von über 21.000 Menschen wurden ausgewertet. Nur etwa vier von zehn Frauen mit Schmerzen haben in israelischen Notaufnahmen ein Schmerzmittel verschrieben bekommen. Bei Männern war es fast jeder Zweite. Außerdem mussten die Frauen im Schnitt eine halbe Stunde länger warten und generell wurden ihre Schmerzwerte seltener erfasst als bei Männern. In den USA ist es ähnlich.

Der Erklärungsansatz der Forschenden: Die Angestellten in der Notaufnahme meinen, dass Frauen bei ihren Schmerzen übertreiben. Außerdem fragen Männer öfter selbst nach Schmerzmitteln als Frauen. Die Forschenden fordern deshalb Schulungen für Klinikpersonal, damit es sich stärker um die Schmerzen von Frauen kümmert.

In Deutschland wurden bisher keine Daten zu dem Thema ausgewertet. Daher ist unklar, ob es hier ähnlich abläuft. Ein Arzt der Uniklinik in Magdeburg meint, dass es auch eine deutsche Studie zum Thema geben sollte.