In Deutschland gibt es nicht genug Spenderorgane. Darum wird immer wieder die sogenannte Widerspruchslösung diskutiert. Das heißt, dass alle potentielle Organspender sind - es sei denn, eine Person hat sich zu Lebzeiten ausdrücklich dagegen entschieden.

Eine Studie im Fachmagazin PNAS Nexus kommt jetzt zu dem Schluss: Die Widerspruchslösung sorgt nicht zwingend für mehr Spenderorgane. Das zeigen Vergleichsdaten aus 24 Ländern, die von der Zustimmungslösung - die aktuell auch in Deutschland gilt - zur Widerspruchslösung gewechselt haben.

Im Schnitt stiegen die Organspenden nach dem Tod dort zwar um sieben Prozent an. Aber die Lebendspenden sanken um bis zu 29 Prozent, zum Beispiel, wenn eine lebende Person einen Teil ihrer Leber spendet.

Befragungen in Deutschland und Österreich lieferten dafür eine mögliche Erklärung. In Österreich, wo die Widersrpuchslösung gilt, haben mehr Menschen das Gefühl, dass es genug Spenderorgane gibt und sind deshalb weniger zu einer Lebendspende bereit. Das gilt zwar nicht für Spenden im engsten Familenkreis, wohl aber für Spenden an entfernte Verwandte, Bekannte oder gar Fremde.