Viele Menschen, die die "Abnehmspritze" bekommen, werden langsamer betrunken und haben per se weniger Verlangen nach Alkohol.

Das zeigen Social-Media-Posts und medizinische Fallberichte. Den Mechanismus dahinter erklärt jetzt eine kleine Studie im Fachmagazin Scientific Reports. Dabei tranken Testpersonen, die mit Abnehmspritzen behandelt wurden, und eine Kontrollgruppe ohne diese Behandlung die gleiche Menge Alkohol. Ergebnis: Die Abnehmspritzen-Leute fühlten sich weniger betrunken, und auch der Alkoholgehalt in ihrem Atem stieg langsamer an als bei der Kontrollgruppe.

Es liegt wohl am Magen

Die Forschenden sagen, das liegt daran, dass die Wirkstoffe in Abnehmspritzen die Magenentleerung abbremsen. Dadurch kommt der Alkohol langsamer in den Dünndarm, von wo aus er hauptsächlich ins Blut gelangt. Damit wird auch das Belohnungszentrum im Gehirn erst verzögert aktiviert. Und das führt am Ende wohl dazu, dass wir weniger Verlangen nach Alkohol haben.

Ein Wissenschaftler, der nicht an der Studie beteiligt war, sagte dem ORF, Abnehmspritzen könnten eine mögliche neue Therapieform für Suchterkrankungen werden. Dafür bräuchte es aber klinische Studien und gute Aufklärung auch über Risiken.

Ursprünglich sind die Spritzen zur Behandlung von Diabetes entwickelt worden. In manchen Fällen werden sie wohl schon gegen Alkohol-Sucht eingesetzt. Weil sie dafür aber nicht zugelassen sind, können die Hersteller aber nicht für mögliche Nebenwirkungen verantwortlich gemacht werden.