Das humane Papillomavirus HPV16 kann Krebserkrankungen verursachen - aber wie lange gibt es diesen Erreger eigentlich schon?

Eine neue Studie auf einem Preprint-Server zeigt: Sogar die rund 5.000 Jahre alte Eismumie Ötzi aus den Tiroler Alpen war damit schon infiziert. Ein Team der brasilianischen Uni São Paulo hat Hinweise auf den HPV-Erreger in seinem Erbgut gefunden - und auch in noch viel älteren menschlichen Überresten, nämlich dem Oberschenkelknochen des Manns von Ust'Ishim. Dieser lebte vor etwa 45.000 Jahren in Sibirien und war eng verwandt mit den frühen Homo Sapiens aus Afrika. Die bei Ötzi gefundenen Viren gehören laut den Forschenden zu der Virusvariante, die heute in Europa am häufigsten vorkommt, der Mann aus Sibirien trug dagegen den Stamm in sich, der heute in Asien stark verbreitet ist.

Eine Theorie besagt, dass sich unsere Vorfahren beim Sex mit Neandertalern mit HPV angesteckt haben und die Viren dann in den Homo-Sapiens-Populationen weiterverbreitet haben. Die neuen Ergebnisse widerlegen das zwar nicht, aber das Team sagt: Es könnte auch sein, dass das Virus schon mit unseren Vorfahren aus Afrika kam.

Einige HPV-Stämme können bei Frauen Gebärmutterhalskrebs und bei Männern Prostatakrebs sowie weitere Krebsarten verursachen. Bis zu 80 Prozent aller Menschen stecken sich irgendwann damit an, bei den allermeisten bleibt die Infektion aber ohne Symptome.

Die Studie ist noch nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet worden.