In Algerien hat gestern die Parlamentswahl stattgefunden - aber nur wenige haben sich daran beteiligt.

Ersten Zahlen zufolge haben nur gut 20 Prozent der rund 25 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Der Chef der Wahlkommission geht aber davon aus, dass sich die Zahl noch ändert.

Die Beteiligung war das wichtigste Thema überhaupt bei der Wahl. Bei der letzten Parlamentswahl vor fünf Jahren lag sie mit 23 Prozent schon auf einem historischen Tief. Fachleute sagen, dass jetzt noch mehr Menschen in Algerien die Wahl verweigern, deute auf die klare Unzufriedenheit beziehungsweise Desinteresse an der Politik hin.

Algerische Medien vermuten, dass viele eher an steigende Lebenshaltungskosten denken als daran zur Wahl zu gehen.

Kritisiert wird außerdem, dass viele Kandidierende von der Wahl ausgeschlossen wurden - zum Beispiel Politiker einer islamistischen Partei, die bisher zweitstärkste Kraft war - und Mitglieder einer pro-demokratischen Bewegung.