Für eine Studie vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung wurden Leute mit und ohne Einwanderungsgeschichte gefragt, ob sie sich vorstellen können, bestimmte Parteien jemals zu wählen. Es wurde also nicht die Wahlabsicht gefragt, wie bei der "Sonntagsfrage", sondern die Wahlneigung. Gefragt wurde für CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD. Die Menschen konnten auf einer Skala antworten, von 1 - "würde diese Partei mit Sicherheit nicht wählen" bis 7 "würde die Partei mit Sicherheit wählen".
Es zeigen sich deutliche Unterschiede darin, wie kategorisch Parteien abgelehnt werden. Die AfD wird über alle Gruppen hinweg am stärksten abgelehnt - gut 65 Prozent der Befragten haben angegeben, die Partei auf keinen Fall wählen zu wollen. In der Gruppe mit Bezug zur Region Naher/Mittlerer Osten und Türkei ist diese Haltung aber besonders ausgeprägt. Bei Grünen, Linken und FDP liegt die Ablehnung je nach Gruppe zwischen etwa 40 und 50 Prozent. Und bei der Union und SPD nur bei etwa 20 Prozent. Was laut Untersuchung auffällig ist: Befragte mit Bezug zur früheren Sowjetunion oder zur Region Naher/Mittlerer Osten und Türkei lehnen Parteien insgesamt öfter komplett ab als Menschen ohne Migrationshintergrund. Das deutet der Studie zufolge darauf hin, dass sie das Parteienspektrum generell kritischer bewerten.
Grundlage für die Studie war eine repräsentative Befragung von mehr als 2.600 Wahlberechtigten im Winter 2023/2024 und im Winter 2024/2025, kurz vor der Bundestagswahl. Für die Auswertung wurde zwischen Wahlberechtigten ohne und mit Migrationshintergrund unterschieden, und zwischen den Herkunftsregionen Mittlerer Osten/Nordafrika/Türkei, EU und frühere Sowjetunion.
