Eigentlich sollen Pestizide Schädlinge bekämpfen.

Oft schaden die Mittel aber auch den Menschen, die sie einsetzen: Jährlich vergiften sich weltweit schätzungsweise mehr als 400 Millionen Landwirte und Landarbeiter unbeabsichtigt mit Pestiziden.

Zu dem Schluss kommen Forschende im Fachmagazin Frontiers in Public Health, nachdem sie unter anderem Daten der Weltgesundheitsorganisation ausgewertet haben. Die meisten Fälle gibt es wohl in Süd- und Südostasien und in Ostafrika. Guckt man auf einzelne Länder, dann ist Burkina Faso am stärksten betroffen. Dort hatten mehr als 80 Prozent aller Menschen in der Landwirtschaft schon mal eine Pestizid-Vergiftung. Mindestens 11.000 sterben daran jedes Jahr weltweit.

Welche Langzeitfolgen es haben kann, Pestiziden ausgesetzt zu sein, kann die Studie nicht beurteilen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Pestizide zum Beispiel das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen.

Die Forschenden fordern, dass jetzt sofort gehandelt werden muss, und zum Beispiel, dass eine Uno-Empfehlung zum schrittweisen Ausstieg von besonders gefährlichen Pestiziden umgesetzt wird. Landwirte müssten Zugang zu sicheren Alternativen haben.