Schnell ein Foto machen - und dann spucken Bestimmungs-Apps aus, was für eine Pflanze darauf zu sehen ist. Solche Apps sammeln jede Menge Daten. Und die sind sehr nützlich für die Forschung.
Ein Team unter anderem vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie hat eine Studie dazu durchgeführt, wie Pflanzen Klima- und Bodeneigenschaften auf kleinem Raum anzeigen. Insgesamt hat das Team mehr als 80 Millionen Beobachtungen analysiert. Der größte Teil der Daten kam aus Pflanzenbestimmungs-Apps.
Pflanzen als Sensor für Umweltbedingungen
Die Forschenden sagen: Pflanzen sind quasi ein Sensor für Umweltbedingungen. Was um uns herum wächst, zeigt uns: Wie warm und
trocken ist es? Wie sauer, salzig und mechanisch bearbeitet sind die Böden? Ein Beispiel: Da wo die Straßen im Winter gesalzen werden,
wächst eine ganz andere Vegetation. Eine Gattung mag viel Salz besonders, die Salzschwaden.
Die Daten, die die Nutzerinnen und Nutzer geliefert haben, bestätigen: Bebaute, städtische Gebiete sind oft deutlich trockener, dunkler und wärmer als Parks oder das Umland. Das unterstreicht laut dem Team die Bedeutung von Grünflächen fürs Kühlen und Wasserspeichen. Die Böden in Städten sind alkalischer, salziger, nährstoffärmer. Damit liefern die Daten Hinweise zum Zustand unserer Böden - die gelten immer noch als sehr unerforschter
Lebensraum.
Große Unterschiede innerhalb einer Stadt
Aber es kam auch raus: Weil die Bebauung so unterschiedlich ist, kann es innerhalb einer Stadt so große Unterschiede zwischen den Umweltbedingungen geben wie zwischen Städten, die tausende Kilometer auseinander liegen, etwa Madrid und Stockholm.
