Angehörige zu pflegen kann eine große Herausforderung sein.

Eigentlich brauchen viele Pflegende dazu psychologische Unterstützung, zum Beispiel um mit Ängsten, Schuldgefühlen und Trauer klarzukommen. Im Fachmagazin Psychology and Health schreibt ein Forschungsteam, warum Pflegende so selten Hilfe bekommen.

Das Team hat rund 30 Studien zu dem Thema ausgewertet, aus Europa, Nordamerika und Australien. Heraus kam: Das kann finanzielle oder auch ganz praktische Gründe haben, zum Beispiel, dass die Pflegenden niemanden haben, der für sie einspringt, um Hilfsangebote aufzusuchen. Daneben könnte auch das Selbstbild eine Rolle spielen: Angehörige nehmen sich oft wohl selbst gar nicht als Pflegende wahr - weil sie nicht primär medizinisch tätig sind, sondern zum Beispiel den Haushalt übernehmen oder emotional unterstützen. Und: Wer nicht gut über das Thema psychische Gesundheit informiert ist, erkennt gar nicht, dass er oder sie Hilfe braucht.

Das Forschungsteam sagt: Viele Gesundheitssysteme bauen auf pflegende Angehörige auf und sollten ihnen den Zugang zu psychologischer Hilfe erleichtern.