In deutschen Krankenhäusern an der Schweizer Grenze ist offenbar die Sterblichkeit um 4,4 Prozent gestiegen, weil Pflegekräfte ins Nachbarland abgewandert sind.

Und zwar, weil sie in der Schweiz besser verdienen. Das steht in einer Studie vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und dem Ifo-Institut in München.

Besonders ältere Menschen und Notfälle in der deutschen Grenzregion leiden darunter, weil wichtige Operationen verschoben werden müssen und die Pflegeintensität sinkt. Durch den Personalverlust sank laut Studie die Lebenserwartung in der Region messbar (0,3 Lebensjahre), während sie im Rest des Landes gestiegen ist.

Bei schweren Erkrankungen wie einer Sepsis oder einem Herzinfarkt hat sich das Risiko zu sterben dadurch deutlich (12 bis 18 Prozent) erhöht. Die Krankenhäuser reagieren auf die Situation mit einer Art Triage. Sie priorisieren Patienten nach der medizinischen Dringlichkeit - und sagen weniger dringende OPs auch ab.