Wenn Kneipen schließen, dann fällt nicht einfach ein Ort weg zum Feiern und Bier trinken, sondern auch ein Ort für Austausch und Verständnis.

Und damit ist das Kneipensterben schlecht für die Demokratie. So sieht es der Politikwissenschaftler Oliviero Angeli aus Dresden. Er sagte in einem Interview für das Mercator Forum Migration und Demokratie: Kneipen sind Infrastruktur gegen Polarisierung. Denn dort begegnen sich Menschen, die sonst wenig miteinander zu tun haben. In der Kneipe kommen sie ins Gespräch und es geht um konkrete Alltagsprobleme wie den fehlenden Radweg oder das Freibad, das schließt. Dort kommt seiner Ansicht nach oft das zur Sprache, was Menschen an Lebensrealität teilen und das kann ideologisches Lagerdenken abschwächen.

Der Politikwissenschaftler glaubt, wenn Kneipen schließen, dann gehen Räume für solche Gespräche verloren. Menschen weichen auf dann auf soziale Medien aus und dort dominieren eher Zuspitzung, Großkonflikte und Polarisierung.