Wenn Pavianmännchen viel Fleisch ranschaffen, dann sind sie die besseren Männchen.

Sie werden von Weibchen bei der Partnerwahl bevorzugt - so lautete lange Zeit eine Annahme. Ähnliche Muster werden auch bei Menschen vermutet, in den frühen Jäger- und Sammlergesellschaften. Eine neue Studie des Deutschen Primatenzentrums entkräftigt das aber ein Stück weit.

Offenbar wählen weibliche Paviane nicht unbedingt Männchen als Partner, die geschickter darin sind, Fleisch zu beschaffen. Vielmehr heißt es oft: Selbst ist die Pavianfrau. Das Forschungsteam hat im Senegal erstmals dokumentiert, wie ein Weibchen selbst eine Beutejagd beginnt und sich so selbst versorgt.

Damit sind die Weibchen etwas unabhängiger als gedacht. In 11 Prozent der Fälle wurde die Beute von einem Weibchen erlegt. Und auch sonst stammte das Fleisch, das Weibchen fraßen, nicht immer von ihrem Hauptmännchen. Gut 40 Prozent kam aus anderen Quellen.

Die Studie ist im American Journal of Biological Anthropology erschienen.