Käfer und andere Insekten essen?

Für viele Menschen auf der Welt ganz normal, aber gerade in der westlichen Esskultur nicht üblich. Im Fachmagazin Science Advances schreibt ein Forschungsteam, dass auch die frühen Menschen in Europa schon keine großen Insekten-Esser waren.

Das Team hat den Zahnbelag von mehr als 700 Menschen untersucht, die kurz vor dem Ende der letzten Eiszeit gelebt haben. Außerdem wurden Proben von 18 Neandertalern und von Menschenaffen wie Gorillas oder Schimpansen ausgewertet.

Im Zahnbelag von Affen und Neandertalern fanden die Forschenden oft Hinweise, dass Insekten verspeist worden waren. Bei den anatomisch modernen Menschen dagegen selten. Weitere Untersuchungen zeigten, dass vor allem Menschen aus Europa Gene fehlten, um das Chitin der Insekten zu verdauen - aus dem deren Skelett besteht. Die Abneigung gegen Insekten könnte also auch biologische Ursachen haben.

Insekten gelten als gute und nachhaltige Proteinquelle. Das Forschungsteam sagt, dass man das Chitin-Skelett industriell entfernen könnte, um die Insekten auch gut verdauen zu können.