Was Betroffene oft beschreiben, ist, dass ihre Leistungsfähigkeit stark schwankt. Sie können sich über Stunden auf manche Aktivitäten konzentrieren, haben dann aber Schwierigkeiten mit monotonen oder lang-andauernden Aufgaben. Dafür liefert ein Neurobiologe der Freien Uni Berlin jetzt einen neuen Erkläransatz. Er spricht vom EDHD-Modell, kurz für "Energy Deficit Hyperactivity Disorder".
Der Forscher sieht ADHS weniger als Aufmerksamkeitsdefizit, sondern er meint eher, dass bei Betroffenen vielleicht bestimmte Hirnregionen zeitweise nicht ausreichend mit Energie versorgt werden. Das könnte erklären, warum in manchen Situationen selbst einfache Aufgaben überfordern.
Der Neurobiologe sagt, in seinem Modell hängt stabile Aufmerksamkeit vor allem von genug Erholung ab. Das könne neue Ansatzpunkte für die Praxis liefern: zum Beispiel einen stärkeren Fokus auf Schlaf, Ernährung und Stoffwechsel bei ADHS-Betroffenen.
